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Kryptografie muss flexibler werden

12. Juni 2018

Stellt sich Kryptografie nicht umgehend auf die aktuellen technischen Veränderungen ein, drohen der Cyberwelt massive Gefahren. Dies ist das Ergebnis des Eberbacher Gesprächs „Next Generation Cryptography“, zu dem das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) IT-Sicherheitsexperten aus Wirtschaft, Forschung und Politik eingeladen hatte.

quantum_computerDie Teilnehmer waren sich einig: Es sind vor allem die Quantencomputer, die die gängigen kryptografischen Algorithmen, wie RSA, DSA, DH und ECC, aushebeln werden, denn durch ihre enorme Rechenleistung wird die erforderliche Angriffszeit drastisch verkürzt. Damit können sämtliche Daten und digitale Unterschriften, die mit diesen Algorithmen geschützt werden, auf einen Schlag unsicher werden – was gewaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft hat, da die meisten IT-Sicherheitsmechanismen auf Kryptografie beruhen, ob Online-Banking oder Blockchain.

Experten fordern Mindeststandards

Noch sind Quantencomputer vornehmlich ein Forschungsobjekt. Da jedoch China und andere Länder bereits massiv in die Entwicklung kommerzieller Superrechner investieren, ist dringendes Handeln geboten. So empfehlen die Teilnehmer des Eberbacher Gesprächs, Mindeststandards für IT-Sicherheitslösungen in Wirtschaft und Industrie zu schaffen, um mehr Business-IT-Sicherheit zu gewährleisten. Ein „Handbuch für Kryptografie-Lösungen“ soll dabei helfen, schneller und einfacher sichere IT-Produkte zu entwickeln. Um den neuen Angriffsmöglichkeiten durch Quantencomputer wirksam zu begegnen, sind die USA bereits dabei, alternative kryptografische Verfahren zu standardisieren. Nach Ansicht der IT-Sicherheitsexperten sollten die EU-Entscheidungsträger diesem Beispiel folgen, das heißt rechtzeitig in die Entwicklung neuer Verschlüsselungsmöglichkeiten investieren und die Förderung von agiler Kryptografie strategisch angehen. Ziel der Europäer müsse es sein, die künftige technologische Weltkarte aktiv mitzugestalten.

Breite Öffentlichkeit sensibilisieren

So sollte auch die Europäische Union Standards für Kryptografie entwickeln und einen Krypto-Expertenrat ins Leben rufen, der Empfehlungen ausspricht und politische Vertreter in Fragen zu Entwicklung und Standardisierung beraten kann. Schließlich ist es nach Ansicht der Experten auch unerlässlich, die breite Öffentlichkeit für IT-Sicherheitsfragen zu sensibilisieren und in Kryptografie auszubilden.

Download des Reports über das Eberbacher Gespräch „Next Generation Cryptography“ hier.


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